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Dr. Dieter Zakel MA


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Tauchmedizin

Übersicht

Tauchen ist eine der schönsten Sportarten und relativ ungefährlich.

Sie wollen tauchen gehen? Ich gratuliere Ihnen! Tauchen ist nicht nur schön, Tauchen ist auch eine weitgehend sichere und gesunde Sportart. Und die dafür empfohlene tauchmedizinische Begutachtung anhand bereits bestehender Befunde kostet auch nur 30 Euro.

Die Schönheit des Tauchsports

Wissen Sie aber sicher, dass Sie auch für das Tauchen voll fit sind? Ja, natürlich ist es schon viel wert, dass Sie allgemein fit sind und dass Sie sich gesund fühlen! Aber: Beim Tauchen tut sich was an Ihrem Körper, was sich sonst nicht tut im Alltagsleben. Sie sind da Belastungen ausgesetzt, die sonst nicht vorkommen. Das kann nun auch heißen, dass Sie, ohne es zu wissen, doch ein unkalkulierbares gesundheitliches Risiko eingehen, wenn Sie hinuntertauchen in die Tiefen des Wassers. Wer weiß?

Wenn Sie wissen wollen, worauf bei einer Taucheruntersuchung alles geschaut wird oder welche gesundheitlichen Risikofaktoren beim Tauchen allgemein vorhanden sind, dann lesen Sie sich das hier einmal durch.

Mein Tipp für Sie: Gehen Sie auf Nummer sicher und kommen Sie zu mir. Ich checke Sie einmal gründlich durch. Dann tauchen Sie nachher umso befreiter und gesünder in die wunderbare Welt unter Wasser!

 Untersuchung

Diese Untersuchung mit anschliessendem Gutachten ist eine private Leistung die von der Krankenkasse nicht bezahlt wird. Einen kleinen Einblick in die Tauchmedizinische Grundlagen finden sie, wenn sie hier klicken. Hier finden sie einige Beispiele für Krankheiten, die das Tauchen unmöglich machen können, oder die durch eine nähere Abklärung evaluiert werden müssen. Wenn sie glauben Tauchen ist ein sicherer Sport - dann stimmt das. Um Ihnen aber zu zeigen, dass unerwartete Komplikationen auftreten können, mit denen sie nie gerechnet haben - hier ein Beispiel.

Um Probleme weitgehend auszuschliessen, wird allgemein eine medizinische Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Wenn sie Interesse an einer Abklärung der Sie persönlich betreffenden Risikofaktoren haben, rufen sie mich unter 0800 MEDIZIN oder unter +43 (660) MEDIZIN an. Ich helfe Ihnen dann gerne weiter.

Rechtliche Aspekte

Wozu dienen Tauglichkeitsatteste?

Rechtlich werden für das Freizeittauchen weder eine ärztliche Untersuchung noch ein Ausbildungsnachweis verlangt, da beim Tauchen kaum eine Fremdgefährdung besteht. Tauchausrüstungen inklusive Atemgeräte können von jedermann frei erworben und auf eigene Verantwortung benutzt werden.

Wie kommt man zu einem Tauglichkeitszeugnis? Angehende wie auch erfahrene Taucherinnen und Taucher wünschen möglichst schnell und mit vertretbarem finanziellem und zeitlichem Aufwand zu einem anerkannten Zeugnis zu gelangen. An einer ärztlichen Beratung sind leider meist nur wenige interessiert.

Eine Tauglichkeitsuntersuchung für Sporttaucher ist ein konsultativer Akt mit präventivem Charakter. Der Arzt handelt also nicht als Gutachter im Auftrag eines Dritten. Auftraggeber ist der Tauchkandidat selbst. Sinn und Zweck der Untersuchung muss es deshalb sein, dem Kandidaten klar verständlich zu machen, ob allenfalls gesundheitliche Einwände gegen das Tauchen bestehen, d.h. ihm gegebenenfalls vom Tauchen abzuraten ist. Taucher sind oft auf Dienstleistungen von Clubs, Sportgeschäften oder Tauchbasen angewiesen. Diese wollen für mögliche Gesundheitsschäden ihrer Klienten nicht haftbar gemacht werden.

Die Taucher selbst wollen einerseits die Gewissheit, dass keine gesundheitlichen Risiken für die geplante Sportart bestehen, andererseits möchten sie keine Abstriche an möglichen Versicherungsleistungen riskieren. Neben der Beratung kommt dem untersuchenden Arzt daher auch die ungewollte und unbeliebte Rolle eines Schiedsrichters zu.

Der untersuchende Arzt wird also prüfen, ob die Kriterien der Tauglichkeit gemäss den aufgeführten Empfehlungen erfüllt sind. Die erhobenen Befunde unterstehen der ärztlichen Schweigepflicht. Deshalb soll das Ergebnis der Untersuchung auf einem gesonderten Formular, dem Attest, welches für nichtärztliche Stellen bestimmt ist, festgehalten werden. Das Protokoll der Untersuchung kann dem Kandidaten ausgehändigt werden, was dann sinnvoll ist, wenn der Betreffende sich später an einer anderen Stelle einer Nachuntersuchung zu unterziehen hat. Andernfalls sollte es aber auch in der Hand des Untersuchers verbleiben und aus formal juristischen Gründen gegebenenfalls von ihm und vom Taucher unterzeichnet werden. Dies kann den Arzt entlasten, wenn Krankheiten wie z.B. Epilepsie, pektanginöse Beschwerden und andere die sich vorwiegend durch die Anamnese erfassen lassen unterschlagen worden sind. Ein erfahrener Untersucher wird es allerdings verstehen, den Kandidaten so kompetent zu befragen und glaubwürdig zu beraten, dass die ehrliche und zweckmäßige Empfehlung auch hinreichend verstanden und akzeptiert werden kann.

Kriterien der Tauglichkeit zum Sporttauchen:

Obwohl die Risiken beim Sporttaucher, beim Tauchlehrer, Forschungstaucher, Polizeitaucher oder beim Unterwasserarbeiter letztlich die gleichen sind, unterscheidet sich die Unfallgefahr ganz erheblich. Verschiedene Unterwassertätigkeiten bergen unterschiedliche Unfallrisiken, welche sich aber durch entsprechende Ausbildung, entsprechendes Training und angepasste Ausrüstung relativieren und minimieren lassen. Die nachfolgende Tabelle zeigt vereinfacht die erforderlichen Bedingungen, die Sporttauchen nicht zwangsläufig zum Wagnis machen.

Tauglichkeitskriterien für Freizeittaucher:

  • Selbständig schwimmfähig
  • Kommunikationsfähig
  • Mentale Reife, die eine Eigenverantwortlichkeit gewährleisten kann o Ausschluss von Leiden, die eine Bewusstseinstrübung oder Orientierungsstörung auslösen
  • Ausschluss von Leiden, deren Symptome leicht Panik auslösen
  • Ausschluss von Leiden, die ein Barotrauma verursachen können
  • Ausschluss von Leiden, die durch das Tauchen verschlimmert werden können

Diese Kriterien erfordern entsprechende Sollwerte. Aufgabe des Arztes ist es, auf Grund seiner tauchmedizinischen Ausbildung und an Hand von anerkannten Richtlinien zu beurteilen, ob gesundheitliche Einwände gegen eine bestimmte Art des Tauchens sprechen und welche Gefahren durch deren Nichtbeachtung drohen können.

Bei der tauchmedizinischen Untersuchung soll es nicht in erster Linie darum gehen, einen Probanden für tauglich oder untauglich zu erklären. Vielmehr soll der Arzt mithelfen, in zweifelhaften Fällen oder in Situationen, bei denen eine Tauglichkeit nur unter gewissen Vorbehalten ausgesprochen werden kann, z.B. beim Behindertentauchen, den Weg zu risikoarmem Tauchen zu finden.

Als Hilfe dazu enthält dieses Manual eine Checkliste zur Anamnese und körperlichen Untersuchung. Die im nächsten Kapitel aufgeführte Zusammenstellung von Einschränkungen und Kontraindikationen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll nicht dogmatisch übernommen werden. Sie repräsentiert den momentanen Wissensstand und entspricht der Meinung der beteiligten Autoren.

Bemerkungen zum Untersuchungsgang:

Die Untersuchung eines Tauchers unterscheidet sich in verschiedener Hinsicht von einer Sprechstundenkonsultation, die vom gewohnten Verhältnis eines hilfesuchenden Patienten zu seinem Arzt geprägt ist.

Oft wird der Untersucher den Probanden zum erstenmal sehen. Im Idealfall ist er dem untersuchenden Arzt (zum Beispiel dem Hausarzt oder Clubarzt) schon bekannt. In diesem Fall können eher ehrliche Antworten, auch auf die wichtige Frage zur Tauchmotivation, erwartet werden.

Die Anamnese sollte sämtliche Punkte der Checkliste berücksichtigen. Wie dabei vorgegangen wird, ist jedem Untersucher selbst überlassen, doch legen die tauchmedizinischen Fachgesellschaften Wert darauf, dass die Befragung vom Arzt selbst durchgeführt wird. Dies macht die Fragen verständlicher und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, durch ein etwas länger dauerndes Gespräch einen Eindruck über die Persönlichkeit, Eignung und allenfalls über psychische Auffälligkeiten der Person zu erhalten.

Ergeben sich aus der Anamnese Hinweise auf Erkrankungen, die mit dem Tauchen eindeutig nicht zu vereinbaren sind (siehe Kontraindikationen), so erübrigt sich eine körperliche Untersuchung.

Die im Formular aufgeführten Untersuchungen sind zwingend durchzuführen, wenn das Zeugnis der Fachgesellschaften benützt wird. Zu erwähnen ist bereits an dieser Stelle, dass sich die räumliche Haltungskontrolle durch den verschärften Rombergtest recht gut und reproduzierbar erfassen lässt. Er gibt über die Intaktheit der Achse Kleinhirn - Vestibularorgan - Propriozeption - Taktilität Auskunft und setzt sich bei Tauchern als Standard durch (Beschreibung in Lee 1998, siehe Literaturverzeichnis).

Kann eine Spezialabklärung durch den untersuchenden Arzt nicht selbst durchgeführt werden, ist diese zu delegieren. In Zweifelsfällen oder bei eindeutig belasteter Vorgeschichte helfen die entsprechenden Seiten im Kontraindikationenteil weiter.

Spezialistenkonsilien und Abklärungen bedürfen einer regulären Überweisung, wobei vom Konsiliararzt eine Antwort auf präzis gestellte Fragen erwartet wird. Die Endbeurteilung bleibt in der Hand des Erstbeurteilers. Für weitergehende, besondere tauchmedizinische Probleme stehen die im Anhang des Manuals aufgeführten Tauchmediziner und Spezialisten zur Verfügung.

Untersuchungsformulare / Fragebogen:

Die drei Herausgebergesellschaften haben, einer gewissen nationalen Tradition folgend, ihre Untersuchungsformulare zwar in eigener Gestaltung beibehalten, inhaltlich jedoch den gemeinsamen Richtlinien, die in diesem Manual festgehalten sind, angeglichen. Da die Fachgesellschaften für Tauch - und Überdruckmedizin in jedem Land noch in einem Integrationsprozess innerhalb der ärztlichen Fachgesellschaften stehen, erachten wir es als sinnvoll und zweckdienlich, wenn dies vorerst so beibehalten wird. Auf den folgenden Seiten sind die Formulare der deutschen Fachgesellschaft "Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin - GTÜM", der "Schweizerischen Gesellschaft für Unterwasser- und Hyperbarmedizin - SGUHM", und der "Österreichischen Gesellschaft für Tauch- und Hyperbarmedizin - ÖGTH" abgebildet. Die Fragebogen der GTÜM und ÖGTH müssen obligatorisch von den zu untersuchenden Kandidaten unterschrieben werden. Die SGUHM überlässt den Entscheid bezüglich Unterschrift des Kandidaten dem Untersucher, will aber weniger die Anamnese als vielmehr die Feststellungen der abschließenden Besprechung bestätigen lassen, die unter "Bemerkungen" im Sinne eines "informed consent" festgehalten worden sind.

Augenkrankheiten

Diese Zustände und Krankeitsbilder aus dem Bereich der Augenkrankheiten können beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Konjunktivitis, Keratitis
  • Chronisches Offenwinkelglaukom
  • Winkelblockglaukom
  • Status nach Kataraktoperation
  • Hornhautoperationen
  • Retinopathien
  • Netzhautablösung, Netzhautläsionen.
  • Einäugigkeit
  • Gesichtsfeldeinschränkung
  • Refraktionsanomalien
  • Kontaktlinsen
  • Status nach refraktiver Chirurgie

Bewegungsapparat

Diese Zustände und Krankeitsbilder aus dem Bereich Bewegungsapparates können beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Degenerative und posttraumatische Zustände an Extremitäten, Entzündungen
  • Gelenkluxationen
  • Wirbelsäulenverletzungen und degenerative Zustände
  • M. Scheuermann
  • Aseptische Knochennekrosen

Hals- Nasen- Ohrenerkrankungen

Diese Zustände und Krankeitsbilder aus dem Bereich der HNO können beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Cerumen obturans, Gehörgangsfremdkörper und -tumoren
  • Gehörgangsexostosen, Gehörgangsatresie
  • Otitis externa
  • Traumatische Trommelfellperforation
  • Paukenröhrchen
  • Trommelfellnarben, Tympanosklerose und Atelektase der Pauke
  • Akuter Tubenmittelohrkatarrh
  • Chronischer oder redzidivierender Tubenmittelohrkatarrh
  • Akute Otitis media
  • Chronische Otitis media (Trommelfellperforation)
  • Status nach Myringoplastik, mit/ohne Mastoidektomie
  • Status nach Radikaloperation des Ohres (Canal-wall-down)
  • Status nach gehörverbessernden Operationen ohne Eröffnung des Innenohres
  • Gehörverbessernde Operationen mit Eröffnung des Innenohres, Perilymphfistel-Revision
  • Akute Gleichgewichtsstörungen
  • Chronische Gleichgewichtsstörungen
  • Anfallschwindel (Morbus Menière)
  • Perzeptionsschwerhörigkeit und Taubheit, Tinnitus
  • Septumdeviation
  • Entzündungen der Nase und der Nebenhöhlen und Frontobasisfraktur
  • Erkrankungen der Mundhöhle
  • Laryngiits, Rekurrensparese, Laryngotrachealstenosen, Laryngozelen, Status nach Laryngektomie
  • Zahnprobleme

Diese Seite und die Folgenden wurden aus dem Manual Tauchtauglichkeit von Jürg Wendling, Oskar Ehm, Rolf Ehrsam, Peter Knessl, Peter Nussberger (Hrsg.) Zweite Auflage September 2001, Paperback, 214 Seiten zitiert.

Herz und Kreislaufsystem

Diese Zustände und Krankeitsbilder aus dem Bereich Herz und Kreislaufsystems können beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Angina pectoris
  • Status nach Myokardinfarkt
  • Status nach koronarer Revaskularisationsoperation
  • Herzinsuffizienz
  • Reizleitungsstörungen
  • supraventrikuläre Rhythmusstörungen
  • ventrikuläre Rhythmusstörungen
  • Rhythmusstörungen nach Schrittmacher-Implantation
  • Vorhofseptumdefekt (ASD)
  • Ventrikelseptumdefekt (VSD)
  • Offenes Foramen ovale (PFO) und andere Rechts-Links-Shunts
  • Klappenvitien
  • Status nach Herzklappenersatz, Klappenplastik
  • Endokarditis, Myokarditis, Perikarditis
  • Kardiomyopathie
  • Status nach Lungenembolie
  • Pulmonalarterielle Hypertonie
  • Arterielle Hypertonie
  • Orthostatische Hypotonie
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Status nach Revaskularisation
  • Varicosis, chronisch venöse Insuffizienz
  • Status nach tiefer Venenthrombose

Innere Organe

  • Endokrinopathien exkl. Diabetes mellitus
  • Diabetes mellitus
  • Ulkus- und Refluxkrankheit
  • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Abdominale konsumierende Krankheiten
  • maligne Tumoren
  • Adhäsions-Abdomen
  • Hernien
  • Stoma
  • Entzündliche Veränderungen der Nieren
  • Niereninsuffizienz
  • Steinleiden
  • Prostatahyperplasie
  • Urologische Missbildungen und nicht konsumierende
  • Tumoren
  • Status nach gynäkologischen Operationen
  • Postoperativ generell
  • Anämie
  • Gerinnungsstörungen

Kinder

Diese Zustände und Krankeitsbilder können bei tauchenden Kindern zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Unterschreitung des Minimalalters
  • Stoffwechselanomalien, Enteropathien
  • Darmmotilitätsstörungen
  • Kongenitale Missbildungen

Lungen und Atemwege

Diese Zustände und Krankeitsbilder aus dem Bereich der Lungen und der Atemwege können beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Asthma bronchiale
  • Akute Bronchitis
  • Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
  • Status nach Lungenresektion
  • Interstitielle Pneumopathien, z.B. Pneumokoniose, Sarkoidose
  • Pneumothorax, Barotrauma der Lungen ("Lungenriss")

Nervensystem

Diese Zustände und Krankeitsbilder aus dem Bereich des Nervensystems können beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose
  • Lähmungen
  • Zerebrovaskuläre Insuffizienz, Status nach Apoplexie
  • Neuropathien
  • Morbus Parkinson
  • Aneurysmen der Hirngefässe, vaskuläre Missbildungen
  • Status nach Kraniotomie, Kraniektomie
  • Status nach Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
  • Status nach DCI (Dekompressionskrankheit, Gasembolie)
  • Kopfschmerzen

präventive Maßnahmen bei PFO

Vorläufige Auswertungen der Statistik ergeben eine Risikoerhöhung für die Dekompressionskrankheit um den Faktor 2.4 gegenüber dem Gesamtkollektiv.

Nur ein vollständiges Vermeiden von venösen Gasbläschen könnte dieses Risiko beseitigen, was aus physiologischen Gründen bei noch so vorsichtigem Tauchen nicht erreicht werden kann. Wegen der in der ganzen Physiologie typischen, individuellen Variabilität und Beeinflussbarkeit durch momentane Umgebungsverhältnisse, ist das Auftauchen von venösen Bläschen nicht an einen klar definierten Übersättigungswert der gelösten Inertgase gebunden, sondern verhält sich entsprechend einer probabilistischen Kurve als rein statistische Größe. Ziel einer effektiven Prävention muss es daher sein, die anzunehmende Risikoerhöhung durch Kombination mehrerer Maßnahmen auszugleichen, die insgesamt eine Reduktion der DCI-Wahrscheinlichkeit um denselben Faktor ergeben. Reduktion des Dekompressionsstresses

  • Bewusstes "Nichtausnutzen" der Nullzeiten bzw. Tauchen mit Tabellen unter Benützung einer fiktiv größeren Tiefe. Ebenso können gewisse Tauchcomputer in Sicherheitsmodus (zuweilen auch Bergseemodus) geschaltet werden, die einen analogen Effekt ergeben. Das genaue Ausmaß der Deko-Stress Reduktion ist allerdings bisher nicht berechnet und validiert worden.
  • Benützung von sauerstoffangereicherter Luft (Nitrox), wobei durch Reduktion des Inertgasanteils ein ähnlicher Effekt entsteht wie beim Tauchen in geringerer Tiefe. Dabei müssen trotz Nitrox zwingend Tabellen bzw. Tauchcomputer benützt werden, die auf Luftatmung basieren.
  • Vermeiden von vermehrter Bläschenbildung
  • Reduzieren der Aufstiegsgeschwindigkeit (ca. 5 m pro Minute, was etwa 50% der von modernen Tauchcomputern erlaubten Aufstiegsgeschwindigkeit entspricht). Dies bedingt eine entsprechende Luftkalkulation im Voraus, Vermeiden von Freiwasseraufstiegen ohne Seil und Vermeiden großer Tiefen (über 25m ist in der Regel das 5- oder das 10-Minuten-Halbwertszeit-Kompartiment das sogenannte Leitgewebe).
  • Vermeiden von sehr unregelmäßigen Tauchprofilen, insbesondere solchen mit raschem Tiefenwechsel und "Jo-Jo-Profile".
  • Tiefer Sicherheitsstop auf halber Tauchtiefe (erlaubt Gasausgleich zwischen den unterschiedlich gesättigten Geweben vor der Bläschenentstehung).
  • Vermeiden von zusätzlichem Deko-Stress nach dem Auftauchen (Fliegen nach dem Tauchen erst nach vollständiger Entsättigungszeit gemäss Computerberechnung, allenfalls Verlängerung der Wartezeit zum Fliegen oder terrestrischen Höhenwechsel).
  • Vermeiden von allgemein bekannten Risikofaktoren wie Dehydratation, lokale Unterkühlung, lokale Kompression durch die Ausrüstung, größeren Aktivitäten beim und unmittelbar nach dem Dekomprimieren.
  • Vermeiden von Shunt provozierenden Druckerhöhungen der Hohlvenen
  • Pressatmung vermeiden, insbesondere beim Tauchen kein Atemanhalten ("skip breathing").
  • Vermeiden von Husten und Heben großer Gewichte (Tauchgerät), bis 2 Stunden nach dem Tauchgang, (anstrengendes Schwimmen, intrathorakale Druckerhöhung).
  • Vermeiden von Valsalvamanöver (Druckausgleich mit lokalem Druck im Rachenraum, sogenanntes "Frenzel-Manöver").

Psychiatrie

Diese Zustände und Krankeitsbilder aus dem Bereich der Psychiatrie können beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Hyperventilationssyndrom
  • Panikstörung, Panikattacke
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychosen (akute und in Remission)
  • Depression
  • Manie (manisch-depressives Kranksein)
  • Anorexia nervosa
  • Abusus von Alkohol, Drogen und Medikamenten

Diverse andere Krankheitsbilder

Diese Zustände und Krankeitsbilder die sonst nicht näher gruppiert werden konnten, können beim Tauchen unter Umständen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.

  • Adipositas
  • Hauterkrankungen
  • Medikamente
  • Silikon- und andere flüssigkeitsgefüllte Implantate
  • Geschlechtsspezifische Probleme
  • Schwangerschaft