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Dr. Dieter Zakel MA


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Allgemeines

eineiige Zwillinge

Abhängig von ihrer mitgegebenen genetischen Ausstattung haben sie verschiedene starke und schwache Stellen in ihrem Körper.

Je nach Ihrer Einstellung und Haltung wollen sie diese Schwachstellen jetzt kennen lernen oder auch nicht um etwas dagegen zu unternehmen oder auch nicht. Viele meiner Patienten wollen diese Schwachstellen kennenlernen um sich optimal gegen diese Schwächen zu schützen. Es ist so wie bei der Nibelungensage; Wenn Siegfried gewusst hätte auf welche Stelle das Blatt beim Bad im Drachenblut gefallen ist, hätte er diese Schwachstelle mit seinem Schild schützen können. So aber…

Der Mensch besitzt etwa 35.000 Gene, die von Mensch zu Mensch „gleich“ sind und trotzdem kleine Unterschiede auf- weisen. Unsere Gene kommen in individuellen Varianten vor, sie beinhalten sog. Polymorphismen - manchmal auch SNPs genannt: Ein und dieselbe Sache - nur in unterschiedlicher Ausprägung. Diese Unterschiede machen unsere Individualität aus. So haben z. B. alle Menschen Augen und trotzdem sieht kein Augenpaar dem anderen Augenpaar gleich. Diese unterschiedlichen Erscheinungsformen unserer Gene haben aber auch große Auswirkungen auf unser Leben. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild ist davon betroffen, sondern auch unsere Gesundheit. So gibt es z. B. Polymorphismen, die vor der Osteoporose schützen, gleichzeitig gibt es auch andere Varianten, die einen Menschen Thrombose-anfälliger machen können.

Ein Polymorphismus kann grundsätzlich in drei unterschied- lichen Ausprägungsformen vorliegen: dem homozygoten Normtyp, dem heterozygoten Typ und dem homozygoten Variantentyp. Der Normtyp findet sich in der Mehrzahl der Bevölkerung und ist somit fast immer der meistverbreitete. Grundsätzlich kann aber nicht gesagt werden, dass eine Er- scheinungsform die gute und die anderen beiden die

schlechten sind, auch wenn dies oft so hingestellt wird. Diese Polymorphismen sind Varianten unserer Erbanlagen, die sich im Laufe der Evolution auf normalem Wege entwickelt haben. Sie lassen keine Vorhersage des Ausbruchs von Krankheiten zu, wohl aber des Krankheitsrisikos. Wenn das Risiko einer Erkrankung bekannt ist, kann man dagegen arbeiten - das Schlagwort ist Prävention. Bei jeder Krankheitsform ist ja entscheidend, wann man dagegen eingreift.

Grundsätzlich gilt aber immer: je früher desto besser. So sind einem die Gene von Geburt an gegeben, Krankheiten brechen tendenziell aber eher im fortgeschrittenen Alter aus. Ist die Genkonstellation eines Menschen frühzeitig bekannt, ist es viel wahrscheinlicher mit Erfolg gegenzusteuern zu können. Ist die Genkonstellation eines Menschen bekannt, ist es heute schon möglich, die Ernährung so abzustimmen, dass Krankheitsrisiken gemindert werden, denn Ernährung beeinflusst unser Wohlbe- finden maßgeblich!

Unser Leben besteht darin dass unsere Gene mit der Umwelt ’’kommunizieren’’. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen. So kann z. B. unsere Haut Signale aufnehmen, unsere Augen können sehen und unsere Ohren können hören. Alle diese Signale wirken letztendlich auf unsere Gene. Aber auch unsere Ernährung spielt dabei ein wichtige Rolle: Jeder Bissen, den wir zu uns nehmen, regt eine Vielzahl von Genen zur Produktion von lebensnotwendigen Substanzen an. Nun kommt es darauf an über unsere Ernährung unseren Genen die richtige Information zukommen zu lassen. Da wir aber in unseren Genen kleine Unterschiede aufweisen, ist auch die Ernährung, die uns die richtigen Informationen mitteilt, nicht für jeden die gleiche. Ganz wichtig ist deshalb über die Ernährung keine falschen Informationen an unsere Gene weiterzuleiten.

Viele Menschen sind an unsere heutige Ernährung genetisch noch nicht adaptiert, weil viele Bestandteile unserer modernen Ernährung wie Getreide, Milch und Eier erst vor – entwicklungsgeschichtlich gesehen – wenigen Jahren aufgetaucht sind. Diese Zeitspanne von 6.000-7.000 Jahren ist für die Evolution nicht mehr als ein Wimpernschlag.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Milch: Zum einen ist Milch ungeeignet für eine adäquate Versorgung mit Kalzium und Vitamin D3 (ungünstiges Kalzium-Phosphat-Verhältnis). Zum anderen leiden viele Menschen unter einer Lactose-Intoleranz und können deshalb keinen Milchzucker (Lactose) verdauen. Wieder andere entwickeln Antikörper gegen Milchproteine. Kasein ist ein solches Protein und kommt in allen Milchsorten und Milchprodukten vor. Es scheint bei vielen Menschen eine ungünstige Wirkung auf den Hormonstatus und auf die Balance der Neurotransmitter auszuüben. Bevorzugen Sie deshalb andere kalziumhaltige Nahrungsmittel und Mineralwässer.

Zwei weitere Beispiele: Fisch mit seinen reichlichen Vorräten an ungesättigten Fettsäuren gilt allgemein als gesund. Das gilt für die meisten Menschen tatsächlich, genauso verhält es sich mit Distelöl, Leinöl, Kernöl etc. Aber es gibt Menschen mit einem bestimmten Polymorphismus, die sich damit schaden. Es ist also wichtig zu wissen, welchem Typ man angehört. Manche Menschen haben Schwächen in jenen Genen, die Umweltschadstoffe eliminieren. Diese Men- schen sollten sich überlegen, falls sie rauchen oder viel Gegrilltes, Geräuchertes oder Gepökeltes essen, ihre Ernährung und ihren Lebensstill zu ändern. Fazit: Eine für alle gleichzeitig geeignete und wertvolle Diät gibt es nicht.